Bildquelle: dieboersenblogger.de

Zurückhaltung vor der Bundestagswahl führt zu einer „Entladung“ nach der Bundestagswahl. Denn gerade die großen Marktteilnehmer hielten ihre Orders zurück. Sicherlich auch wegen der Saisonalität. Immerhin ist der September statistisch betrachtet einer der schwächsten Börsenmonate. Dieser endet nun zufällig auch nach der Bundestagswahl bzw. in einer Woche. Mein Wochenausblick DAX (WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008) nach der Wahl ist daher eher bullisch ausgelegt und orientiert sich an der Vergangenheit. Die Vorwochenanalyse finden Sie übrigens hier. Vorab jedoch noch ein Rückblick auf die Kalenderwoche 38.

Event der Vorwoche: US-Notenbanksitzung

Die Zinssitzung der US-Notenbank FED stand im Fokus der vergangenen Handelswoche. Sie fand am Mittwoch statt, daher schauen wir zuerst auf den DAX und die Eröffnung. Wie schon in der Vorwoche startete der Deutsche Aktienindex mit einem GAP auf der Oberseite. Dieses führte direkt über die 12.600 Punkte und erweiterte somit die Aufwärtstendenz noch einmal. Nach einer ersten Orientierung kam es jedoch zur Anziehungskraft des GAPs, aber nicht zu einem Richtungswechsel. Dies stellte ich in den Tages-Trading-Chancen hier dar:

Wochenausblick DAX nach der Wahl: Rückblick
Wocheneröffnung im DAX und Blick auf GAP

Das GAP wurde letztlich erst am Dienstag geschlossen. Danach verharrte der DAX auf dem Niveau um 12.550 und konnte erst im Zuge der FED-Sitzung am Mittwoch die 12.600 erneut von oben sehen. Und dies auch erst nachbörslich, denn die Entscheidungen der US-Notenbank FED werden nach unserer Zeit erst am Abend veröffentlicht. Der Blick fiel hierbei also noch einmal auf den Dow Jones, der im Vorfeld bereits mit neuen Rekordhochs brillierte. Hier lag mit dem Überschreiten der 22.330 eine recht starke Unterstützungszone vor, auf die ich kurz vor der FED-Sitzung einging:

Wochenausblick DAX nach der Wahl: Dow Jones
Dow Jones mit Unterstützungszone

Eine Überraschung gab es dabei nicht. Die Bandbreite der Leitzinsen blieb unverändert bei 1,00 bis 1,25 Prozent. Als Anhebung wird nun der Dezember anvisiert, nachdem ursprünglich der September geplant war. Doch diese Verschiebung beruht auf den zuletzt leichteren Konjunkturdaten. Wichtige Randnotiz dabei: Das Anleiheportfolio soll nun abgebaut werden. Mit 4,5 Billionen Dollar ist dies seit der Finanzkrise im Jahr 2008 stetig angewachsen und soll nun nicht mehr erneuert werden. Anleihen, die auslaufen, werden somit nicht im Portfolio ersetzt und damit pro Monat mindestens 10 Milliarden Dollar ausmachen. Im Jahr 2019 beträgt dieses Schrumpfung dann schon 600 Milliarden Dollar. Ob alle 4,5 Billionen Dollar abgeschmolzen werden können, ist sicherlich fraglich.

Der Dow Jones reagierte recht besonnen auf diese Pläne, lief noch einmal an die gezeigte Unterstützung heran und eroberte wenig später mit 22.400 Punkte eine neue Rekordmarke.

Der DAX übersprang die 12.600 und schickte sich damit an, die Juli-Hochs im Tageschart noch einmal anzulaufen. Am Donnerstag stellte ich daher zur Orientierung dieses Chartbild in die entsprechenden Kanäle ein:

Wochenausblick DAX nach der Wahl: Widerstand
DAX mit aktuellem Widerstand im Tageschart

Denn diesen Bereich sehe ich als wesentliche Entscheidungshürde an. Zitat:

Charttechnisch könnte der Bereich noch einmal angelaufen werden. Von daher verbiete ich mir erst einmal den klassischen Kontra am Tag nach der Fed.

Mit 12.646 kamen wir dieser Marke dann am Freitag auch sehr nah. Wie geht es weiter?

Wochenausblick DAX nach der Wahl in KW39

Das Thema Aktienmarkt und Wahl muss etwas weiter ausgeholt werden. Denn wir erinnern uns sicher an die Wahl von US-Präsident Trump und die noch immer vorhandene Hausse an der Wall Street im Nachgang. Am Chartbild des Dow Jones sieht dies wie folgt aus:

Wochenausblick DAX nach der Wahl: Dow Jones
Rückblick auf Wahl-Bewegung im Dow Jones

Kann dies auch im DAX geschehen?

Hier sind gänzlich andere Voraussetzung vorhanden. Nicht nur dass es in Deutschland wohl nicht zu einer Ablösung einer ganzen Regierungsmannschaft mit „Leitfigur“ (Kanzler / Präsident) geben wird, sondern auch, dass die Ausrichtung in Deutschland für die Wirtschaft sich nicht grundlegend ändern wird. Nun kann man auch argumentieren „Stabilität wird von der Börse geliebt“. In diesem Fall ist ein Übergang zur Herbstrallye durchaus denkbar. Vielleicht nach einer kurzen Orientierungsphase am Montag / Dienstag dann mit einem tendenziellen Verlauf, der uns auch neue Rekordhochs beschert? Dies sähe im Chartbild synonym zum Chartbild aus den USA dann wie folgt aus:

Wochenausblick DAX nach der Wahl: Projektierung
Projektierung auf den DAX

Dies nur als ganz grobe Ausrichtung im Tageschart in Anlehnung an den Verlauf des Dow Jones gedacht. In einer kleineren Skalierung ist die am Dienstag dargestellte 12.650 für mich die nächste entscheidende Hürde. Diesen Bereich sind wir am Freitag recht genau angelaufen. Ein Bruch wäre das nächste (und vielleicht auch letzte) Signal auf dem Weg zum Allzeithoch. Denn dieses liegt im DAX rechnerisch genau 2,7 Prozent entfernt. Im Chartbild des Tageschart gut erkennbar, da wie geschrieben auch im Juli hier das Hoch der Konsolidierung zu finden war:

Wochenausblick DAX nach der Wahl: Make or Break
Make or Break im DAX Tageschart

Die Aufwärtsbewegung ist weiter intakt. Hält dieser Bereich hingegen nicht, tut es ihm keinen Abbruch und eine Konsolidierung bis 12.520 ist dann auch kein Grund für einen Richtungswechsel. Erst darunter würde ich etwas nervös werden und diesen Trigger hier für Short in Betracht ziehen:

Wochenausblick DAX nach der Wahl: Short-Trigger
Trigger für Short im DAX

Auslöser könnte die Zuspitzung des Nordkorea-Konflikts sein oder eben eine Verunsicherung nach der Bundestagswahl, weil keine wirtschaftsfreundliche Regierung gebildet werden kann. Darauf habe ich jedoch keinen Einfluss und werde wie gewohnt auch nur auf die Kursbewegungen reagieren. Soweit mein Wochenausblick DAX nach der Wahl.

 

Herzlichen Dank für Ihr Interesse und einen erfolgreichen Wochenstart,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

andreasmuellerEin Beitrag von Andreas Mueller

Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf dieboersenblogger.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Andreas Mueller / dieboersenblogger.de


HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here