Bildquelle: Pressebild Solarworld

Kurz vor dem Wochenende könnte es am heutigen Freitag für die Solarworld AG (WKN: A1YCMM / ISIN: DE000A1YCMM2) noch einmal spannend werden: Denn in den USA steht eine Entscheidung der ITC im Hinblick auf die Produktion von Photovoltaik-Modulen in den USA an.

Das für SolarWorld Americas Inc. durchaus wichtig werden! Um das einzuordnen: SolarWorld Americas Inc. ist eine der wenigen Beteiligungen, die der Solarworld AG noch geblieben ist. Wenn Sie etwas von Neuigkeiten zur Produktion von „Solarworld“ in Deutschland lesen, gilt es genau zu differenzieren: Da geht es um die SolarWorld Industries GmbH. Die börsengehandelten Aktien beziehen sich aber eben nicht auf diese GmbH, sondern auf die „alte“ Solarworld AG. Und deren deutsche Produktionsstätten sind aus der Insolvenzmasse heraus verkauft worden – eben an besagte GmbH. Geschäftsführer ist da – kein Wunder: Frank Asbeck.

Solarworld: Entscheidung der ITC soll am 22.9. fallen

Die Gläubiger stehen bei der Solarworld AG gewissermaßen Schlange. Ich war selber auf der Gläubigerversammlung im August und habe dort wertvolle Erkenntnisse gewinnen können. Da wurde z.B. die Forderung von Hemlock nicht anerkannt – was sich aber schnell ändern kann, wenn das Urteil rechtskräftig geworden ist. Doch zur heute anstehenden Entscheidung der ITC. Diese Abkürzung steht für „U.S. International Trade Commission (ITC)” und dabei handelt es sich um eine US-Bundesbehörde. Von dieser sollen heute laut SolarWorld Americas Inc. vier Personen („commissioners“) darüber abstimmen, ob die US-Photovoltaik-Industrie durch massive Importe aus China „serious injury“, also ernsthaften Schaden, erlitten habe.

SolarWorld Americas Inc. möchte genau dies – und konnte zuletzt erfreut mitteilen, dass sich die Interessenvertretung „Alliance for American Manufacturing (AAM)“ dieser Auffassung angeschlossen hat. Und was kann das überhaupt bringen, wenn die ITC heute beschließen sollte, dass diese Importe der US-Solarindustrie massiven Schaden gebracht haben? Kann sich diese davon ein Eis kaufen? Möglicherweise ja, und zwar mehr als eins: Denn sollten mindestens zwei der vier Personen dem zustimmen, dann wird es bei der ITC mit einer „remedy phase“ weitergehen.

Diese könnte dann erfreuliche Dinge – aus Sicht der US-Solarindustrie – bringen wie weitere Antidumping-Maßnahmen, Importbeschränkungen etc. pp. Für SolarWorld Americas Inc. als Unternehmen, das in den USA profitiert, wäre das tendenziell positiv. Vielleicht ist deshalb im Vorfeld die Solarworld-Aktie auch spürbar gestiegen. Hier ist aber höchste Vorsicht angesagt. Denn ich halte es nach wie vor für sehr wahrscheinlich, dass die Aktionäre der Solarworld AG komplett leer ausgehen werden. Denn die Aktionäre stehen gewissermaßen ganz hinten in der Reihe derjenigen, die noch etwas erhalten von den Assets der Solarworld AG (wie gesagt, nicht mit der GmbH verwechseln)! Da stehen die diversen Gläubiger vorher in der Wartschlange.

Und wenn dann auch noch Hemlock seine Forderungen im dreistelligen Millionenbereich anmelden kann, dann sieht es noch düsterer für die Aktionäre aus. Natürlich lässt sich das nicht mit Sicherheit sagen, denn wer weiß schon, was die Solarworld AG z.B. bei einem Verkauf der SolarWorld Americas Inc. für Erlöse erzielen kann und wer weiß schon ob die Hemlock-Klage nicht doch noch abgeschmettert werden kann. Doch ob selbst dann die Solarworld-Aktionäre noch etwas erhalten würden, ist äußerst zweifelhaft. Dies ist natürlich wie immer nur meine rein subjektive und fehleranfällige Ansicht.

Michael VaupelEin Beitrag von Michael Vaupel

Michael Vaupel, diplomierter Volkswirt und Historiker (M.A.), Vollblut-Börsianer. Nach dem Studium Volontariat und Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Er ist gefragter Interview- und Chatpartner (N24, CortalConsors). Ethisch korrektes Investieren ist ihm wichtig.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Michael Vaupel / Pressefoto Solarworld


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