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Die Folgen der Handlungen der letzten Jahre, die von den BRICS unternommen wurden, muss der Westen zum einen erst einmal bemerken und anschließend verdauen. Beides ist nicht gerade leicht, zum einen den Macht Verlust einzugestehen, der durch die systemische Krise des westlichen Systems, dessen Anfang in der Finanzkrise zu finden ist, zum anderen die Neuen Regeln, Akteure und Chancen zu akzeptieren und sich dann in die neue Multilaterale Welt einzugliedern.

Beides widerstrebt dem Selbstbild der westlichen Staaten, die sich bisher als dominierend, ja sogar als absolut überlegen wahrnahmen und dabei die vielen kleinen Veränderungen kaum bis gar nicht anerkannten oder, wenn sie erkannt wurden, mit Blockadehaltungen bedacht wurden. Dabei wurde die Stoßrichtung der Bemühungen der BRICS und ihre kleinen Schritte belächelt, verpottet und ignoriert und übersehen, das die Summe mehr ist, als nur die Teile.

Erst vor ein paar Tagen berichtete ich kurz über die Geschichte der BRIC / BRICS Gipfel und deren Ergebnisse, die ich hier nochmals kurz wiederholen möchte.

Ergebnisse und erreichte Ziele der BRICS

Was uns heute hier interessieren muss sind besonders die Bemühungen und anschließend erreichten Ziele der BRICS auf dem Weg hin zu einem neuen Weltfinanzsystem, das offensichtlich eine  multilaterale Charakteristik aufweisen wird.

  1. Gründung der New Development Bank, deren Anleihen in allen fünf Währungen der Mitgliedsländer begeben werden
  2. Etablierung des Contingent Reserve Arrangement
  3. Verbreitung des Yuan als Zahlungsmittelalternative, hierbei seien besonders die Swap Vereinbarungen mit Russland, Afrika, Iran und Südamerika, insbesondere Venezuela erwähnt und das Chinese International Payment System / Cross Border International Payment System, welches als Bypass zum BIZ System etabliert wurde
  4. One Road One Belt Projekt, in dem auch Europa mit einbezogen ist, erst auf dem letzten EU China Gipfel wurden Investitionen in beide Richtungen angestoßen, unter der Leitung des Europäischen Investitionsfonds und dem Chinesischen Seidenstraßenfonds, in Höhe von 500 Mio €
  5. die Gründung der AIIB und damit die engere Einbindung Europas, welches hin und hergerissen ist zwischen dem alten US Zentrischen System und den neuen Möglichkeiten
  6. Aufnahme des Yuan als Reservewährung, nicht nur in Afrika und anderen Teilen der Welt, sondern auch die EZB tauschte am 13. Juni 2017 500 Mio € in Yuan um
  7. Einführung von in Gold konvertierbaren Rohöl Yuan Futures Kontrakten Ende 2017
  8. Vorschlag auf dem letzten BRICS Gipfel zur Einführung einer gemeinsamen Globalen Cryptowährung unter Führung eines multinationalen Governance Systems dessen erster Schritt die zuvor genannte Einführung des in Gold konvertierbaren Yuan darstellt.

Das sind alles Punkte, von denen man bei uns im Westen kaum bis gar nichts gehört hat, doch sie wiegen so schwer, dass man sie nicht weiter ignorieren kann. Die Finanzinstitutionen erkennen die Situation seit längerem an und versuchen sich darauf einzustellen, in dem sie möglichst viel Yuan Geschäft nach Frankfurt, Paris, Luxemburg und London holen.

New World Order das Ende vom King Dollar

Alea iacta est! Ende des Jahres ist es soweit, dass der USD durch die Einführung des in Gold konvertierbaren und damit unterlegten Yuan, nur noch eine Währung unter vielen sein wird, was natürlich einige Auswirkungen mit sich bringt. Die Katarkrise sollte auch unter diesem Gesichtspunkt gesehen werden, da dass Land schon seit zwei Jahren den Yuan als Zahlungsmittel für Transaktionen akzeptiert und damit dem BRICS Lager angehört.

Die Länder der Welt positionieren sich um den Gefahren, die vom USD und dessen Herren ausgehen zu umgehen. In den letzten Jahren konnte man immer wieder beobachten, wie das Transaktionssystem als Waffe missbraucht wurde, um missliebige Länder zu Eingeständnissen zu zwingen. Diese Zeit endet.

Im Angesicht dieser Tatsachen, sollte man in Zukunft den Dollar Untergewichten, da die Nachfrage aufgrund der Alternative, abnehmen wird und damit der Wert. Ein weiterer Punkt der hier mit hinein spielt ist, dass Präsident Trump höchstwahrscheinlich keine Probleme damit haben wird, wenn der USD schwächer wird.

Durch die Einbindung der anderen BRICS in den neuen Währungsraum, sollte man sich auch bei diesen Währungen umschauen und entscheiden ob es nicht sinnvoll wäre einen kleinen Teil des Kapitals auch in diese zu investieren.

Die oben aufgezählten Schritte erklären auch, warum die BRICS in den vergangenen Jahren massiv Gold aufgekauft haben. Die Aussichten für Gold werden durch den Schritt am Ende des Jahres auf jeden fall nicht schlechter. Ich denke in Anbetracht der dargebotenen Fakten ist es sinnvoll den Goldanteil im Portfolio zu erhöhen, denn das Relikt aus Barbarischen Zeiten wird eine neue Aufmerksamkeit erfahren. Auch wird es helfen den ein oder anderen Schock abzufedern, der Infolge der Umstellung auftreten kann.

Zusätzlich dazu sollte man sein Portfolio auf konkave Risiken, also auf verkaufte Volatilität hin prüfen und davon bereinigen und das Equity Beta durch ein Crisis Alpha Element erweitern. Kurzum Volatilität kaufen, sodass das Portfolio eine konvexe Risiko Struktur erhält.

Der König ist tot, es lebe der König!

Weitere Analysen finden Sie in bekannter Rubrik.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen unserer Seite und ein erfolgreiches Investieren.

Mit freundliche Grüßen

Ihr ORBP

Dieser Beitrag von ORBP wurde von trading-treff.de zur Verfügung gestellt. Dort gibt es Analysen, Wissen und Emotionen zum Trading.

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