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Hand aufs Anlegerherz: Sind Sie bei der Deutschen Börse (WKN: 581005 / ISIN: DE0005810055) investiert? Oder würden Sie? Die Deutsche Börse ist sicherlich ein gutes Unternehmen. Die Geschäfte laufen einträglich, auch wenn es mit dem angestrebten Zusammenschluss mit der Londoner Börse (LSE) (WKN: A0JEJF / ISIN: GB00B0SWJX34) mal wieder nicht geklappt hat. Aber wer weiß, wozu das gut ist, wie man so schön sagt. Es gibt schließlich auch die Möglichkeit organisch zu wachsen, wenn das Management, wofür es bezahlt wird, gut Ideen entwickelt.

Deutsche Börse-Chart: boerse-frankfurt.de

Der Chef der Deutschen Börse, Carsten Kengeter, scheint dagegen mit allerlei anderen Dingen, nennen wir es einmal so, beschäftigt zu sein. Da ist zum Beispiel seine Liebe zum Aktienhandel, was nicht schlecht sein muss, wenn einer Chef eines der größeren Aktienhandelsplätze auf diesem Globus ist. Nur sollte auch er, wie jeder andere Anleger auch, erst dann kaufen, wenn die Nachricht allgemein bekannt ist, ansonsten ist es Frontrunning oder allgemein gesprochen: Insiderhandel. Nun hat Kengeter im Dezember 2015 für 4,5 Millionen Euro 60.000 Aktien der Deutschen Börse (wir erinnern uns, Kengeter ist dort Angestellter) gekauft. Kurz darauf wurde der geplante Zusammenschluss mit der LSE öffentlich.

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft. Schon das sollte eigentlich genug sein, um als Börsenchef zu gehen – Unschuldsvermutung hin oder her. Hier bleibt ein Geschmäckle. Doch es kommt noch dreister: Angeblich sind sich Vorstand und Aufsichtsrat(!) mit der Staatsanwaltschaft einig, eine Geldbuße in Höhe von 10,5 Millionen Euro wegen möglichen Insiderhandel und einer unterlassenen Mitteilung zu akzeptieren. Ich fall‘ vom Glauben ab. Was geht die Deutsche Börse (und somit ihre Aktionäre) das persönliche Fehlverhalten von Herrn Kengeter an? Sind nicht schon Leute entlassen worden, weil sie Ein-paar-Cent-Pfandbons eingelöst haben?

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SchummEin Beitrag von Thomas Schumm von Plusvisionen.de

Thomas Schumm ist Gründer und Herausgeber von Plusvisionen.de. Autor. Journalist. Früher auch: Reporter, Redakteur oder Chefredakteur. Seit 25 Jahren an der Börse. Bestimmt fast alles an der Börse gehandelt, was es so zu handeln gibt, jetzt aber ruhiger in dieser Hinsicht. Seit 20 Jahren publizistisch im Finanzbereich tätig. Begeistert von Wirtschaft und Börse.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Thomas Schumm / dieboersenblogger.de


1 KOMMENTAR

  1. zu Kengeter:
    Als er die Modalitäten für einen Zusammenschluß der Börsen vorstellte, war klar, dass alles auf ihn selbst zugeschnitten war, um möglichst profitabel für ihn zu sein (mit Wohnsitz in London). Die „Deutsche Börse“ hat ihn um keinen Deut interessiert. Wieso sollen die Aktionäre diesen „M…kerl“ auich noch bezahlen? Der muss weg vom Fenster.

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