Bildquelle: Pressefoto Nordex

Bei Nordex (WKN: A0D655 / ISIN: DE000A0D6554) habe ich ein wenig den Eindruck, dass die PR-Abteilung gerade ein wenig bemüht ist, gute Nachrichten zu liefern.

Nordex-Chart: boerse-frankfurt.de

So hieß es unlängst: „Nordex durchbricht 2-GW-Schwelle bei Errichtungen in Großbritannien und Irland“. Das klingt natürlich gut, doch im Grunde ist das eine Art „kalter Kaffee“. Denn wie in der Meldung weiter ausgeführt wird, sind damit alle von Nordex in Großbritannien seit 2001 bzw. in Irland seit 2003 installierten Turbinen gemeint. Das hat sich im Laufe der Jahre natürlich summiert, laut Nordex auf insgesamt 862 Anlagen in Großbritannien und Irland zusammen (1,5 GW entfallen demnach auf Großbritannien, 600 MW auf Irland).

Nordex: Installierte Gesamtkapazität im 1. HJ 2017 rund 3% niedriger

Also 2 GW in 14 bzw. 16 Jahren. Um das einzuordnen: Nordex hat laut eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2017 insgesamt „401 Windenergieanlagen in elf Ländern mit einer Gesamtkapazität von 1.128,6 MW“ installiert. Und das war keineswegs ein Rekordwert, denn im entsprechenden Vorjahreszeitraum war es etwas mehr (1.164,9 MW). Mit anderen Worten: Die „Durchbrechung“ der 2 GW-Schwelle in Bezug auf die von Nordex in Großbritannien und Irland installierten Turbinen ist natürlich im Rückblick ein schöner Erfolg – doch im Rückblick. Über die aktuelle operative Lage sagt das hingegen meiner Ansicht nach wenig bis nichts aus.

Michael VaupelEin Beitrag von Michael Vaupel

Michael Vaupel, diplomierter Volkswirt und Historiker (M.A.), Vollblut-Börsianer. Nach dem Studium Volontariat und Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Er ist gefragter Interview- und Chatpartner (N24, CortalConsors). Ethisch korrektes Investieren ist ihm wichtig.
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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Michael Vaupel / Pressefoto Nordex


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