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Before the Bell: DAX mit Abschlägen, US-Futures im Plus

Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich auch zur Wochenmitte von seiner zurückhaltenden Seite. Im Fokus steht dabei u.a. das GfK-Konsumklima (Pressemitteilung), das trotz Sparpaket-Diskussion stabil geblieben ist. Dennoch warnt man auch bei der GfK vor noch mehr Verunsicherung:

„Die Konsumneigung der Verbraucher steigt aktuell sogar spürbar an. Allerdings verunsichern die Diskussionen um steigende finanzielle Belastungen im Rahmen des anstehenden Sparpakets die Verbraucher zunehmend. Daran ändern auch positive Meldungen zu Konjunktur und Arbeitsmarkt wenig.“

Vielleicht nimmt sich die Politik diesen Ratschlag auch mal zu Herzen, und sorgt endlich für klare Ansagen.

BASF macht Cognis-Übernahme perfekt

Seit Wochen kursierten die Gerüchte: Nun hat die BASF Nägel mit Köpfen gemacht und die Übernahme der früheren Chemiesparte von Henkel besiegelt (Pressemitteilung). Der Kaufpreis für das Eigenkapital von Cognis beträgt 700 Mio. Euro. Insgesamt wird das Monheimer Unternehmen mit 3,1 Mrd. Euro bewertet. BASF-Chef Hambrecht zeigte sich zuversichtlich und verwies auf die konjunkturrobusten und ertragsstarken Geschäfte des Neuerwerbs. Im Jahr 2009 hatte Cognis einen Umsatz von ca. 2,6 Mrd. Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen EBITDA von 322 Mio. Euro erzielt. Auch am Markt wird die Akquisition durchweg positiv gesehen, denn die BASF stärkt damit ihre weltweite Marktführerschaft im Chemiebereich. Die BASF-Aktie gewinnt aktuell 0,95 Prozent auf 47,19 Euro hinzu.

Polen bereitet sich auf Tauron-Börsengang vor

Die IPO-Welt ist aus deutscher Sicher manchmal etwas klein, daher lohnt ein Blick zu unseren Nachbarn. In Polen soll der zweitgrößte Versorger, Tauron, mehrheitlich (52 Prozent) zu einem Ausgabepreis von 0,57 Zloty je Aktie (umgerechnet 14 Cent) an die Börse gebracht werden. Damit fliessen rund 1,1 Mrd. Euro in die Warschauer Staatskasse. Da die Anteile institutioneller Anleger laut WirtschaftsBlatt auf jeweils 5 Prozent beschränkt wurden, werden Privatanleger wohl rund ein Viertel der Anteile besitzen. Die Erstnotiz ist für den 30. Juni vorgesehen.

Adobe Systems verunsichert Anleger

Gestern Abend nach Börsenschluss folgten noch die Zahlen zum zweiten Quartal von Adobe Systems. Der Softwarekonzern konnte dabei den Umsatz um 34 Prozent auf 943,0 Mio. Dollar und den Nettogewinn um 18 Prozent auf 148,6 Mio. Dollar steigern. Der um Sondereffekte bereinige Gewinn belief sich auf 44 Cents je Aktie. Zwar konnten die Erwartungen geschlagen werden und auch das Aktienrückkaufprogramm mit einem Umfang von 1,6 Mrd. Dollar hätte sich kursstützend auswirken müssen. Aber stattdessen gibt die Adobe-Aktie aktuell 1,8 Prozent nach. Die Bergündung ist auch gleich im schwachen Ausblick gefunden. Die Verunsicherung ist also bei den Anlegern groß, denn ein Aktienrückkauf und schwächere Erwartungen zeugen davon, dass das Unternehmen nicht so recht weiß, wohin es gehen soll.

US-Futures vor Fed-Sitzung

An der Wall Street regierte zuletzt die Unsicherheit (vgl. gestriger Heard in New York). Bei den Konjunkturdaten richtet sich der Blick zunächst auf die Verkäufe neuer Häuser (Mai). Am Abend folgt dann schließlich die Fed mit ihrer Zinsentscheidung. Bislang wird weiterhin keine Abkehr von der Null-Zins-Politik erwartet. Stattdessen könnte sogar wieder expansiver tätig werden. Michael Gärtner stellt daher zurecht fest: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Fed die Zügel wieder mehr lockert“. Man darf gespannt, was zwischen den Zeilen von Bernanke zu hören ist. Anschließend folgen dann noch einige nachbörsliche Quartalszahlen: Bed Bath & Beyond, Darden Restaurants, Nike und Paychex. Die US-Futures notieren derweil im Plus. Der S&P 500 gewinnt 0,4Prozent, der NASDAQ ebenfalls 0,4 Prozent. In Frankfurt notiert der DAX derweil bei 6.258 Punkten (-0,2 Prozent).