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Das war’s gewesen, mit dem Sommer 2017, zumindest aus meteorologischer Sicht. Denn, das wissen Sie, für die „Wetterfrösche“ beginnt eine neue Jahreszeit immer am 1. des entsprechenden Monats, unabhängig davon, wann der Wechsel auf dem Kalenderblatt vollzogen wird. Das gilt auch für die Börsen, denn auch die starten am 1. September in eine neue Jahreszeit, nämlich in den Herbst. Und der könnte diesmal echt ein heißer werden. Aus statistischer Sicht ist der 9. Monat jedenfalls der schlechteste des gesamten Jahres, im DAX (WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008) geht es da durchschnittlich -2,62% nach unten. Dass es dabei recht schnell gehen kann, hat uns in der abgelaufenen Woche der Dienstag gezeigt, da crashten die Kurse schon zum Handelsstart und stürzten binnen Stundenfrist auf das bisherige Wochentief bei 11.869 Punkte und damit unter die runde 12.000er-Marke gleichzeitig auch den GD200 ab.

Schreckschuss?

Der Mini-Crash entpuppte sich schon einen Tag später als Schreckschuss, denn in einer mustergültigen technischen Gegenreaktion kletterten die Kurse zurück über die 12.000er-Hürde und am Donnerstag dann auch gleich noch über die 200-Tage-Linie. Das alte Börsen-Sprichwort, wonach politische Börsen kurze Beine haben, hat sich in dieser Woche also bewahrheitet, denn (ein) Anlass für den zwischenzeitlichen Rücksetzer war bekanntlich der nächste Raketentest Nordkoreas, der in der ohnehin angespannten (politischen) Lage in Fernost nicht gerade deeskalierend wirkte. Es gab jedoch einen weiteren Grund für die vorübergehende Schwäche im deutschen Leitindex – der Euro stürmte am Dienstag mit 1,2070 auf den höchsten Stand seit Januar 2015. Oder aber, wenn man den Standpunkt wechselt, fiel der US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit ebendann. Doch auch diese Aufregung hat sich mittlerweile wieder gelegt, und so kommt, was kommen musste:

Neutrale Zone

Der deutsche Leitindex hat sich nach der Schlappe vom Dienstag zwar tapfer zurückgekämpft, aber das Spiel damit noch lange nicht gewonnen. Nicht einmal der Sprung zurück über die Schlüsselstelle bei 12.090/12.100 ist bislang (auf Schlusskursbasis!) geglückt. Diese Hürde müssten die Kurse jedoch zwingend nehmen, um wenigstens in die neutrale Zone zu gelangen, die sich zwischen dem genannten Bereich um 12.100 und dem massiven Widerstand bei 12.300/12.325 erstreckt. Insofern ist das Fragezeichen, mit dem wir die obige Zwischenüberschrift „Schreckschuss“ versehen haben, durchaus berechtigt. Immerhin, im Augenblick scheint der DAX zumindest die Aufgabe mit der Rückeroberung der 12.100er-Marke lösen zu können. Ob es jedoch im saisonal und politisch schwierigen Umfeld zu echten neuen Höhenflügen reicht, müssen (und werden) die kommenden Sitzungen zeigen!

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

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