Funkwerk muss die Jahresprognose anheben. Und stapelt dennoch weiter (zu) tief…

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Die Funkwerk AG (WKN: 575314 / ISIN: DE0005753149) aus Kölleda habe ich seit gut 15 Monaten als Turnaround-Spekulation auf meiner Empfehlungsliste und mit einer Kursverdreifachung führt sie das Ranking unangefochten an. Sie erzielte damit die gleiche Performance wie Berkshire Hathaway. Die brauchte dazu allerdings sechs Jahre.

Nachdem der einstige Börsenliebling jäh abgestürzt und an den Rand der Pleite geschlittert war, hat sich Funkwerk in den letzten Monaten wieder gefangen. Unternehmerische Fehlentscheidungen, Verluste, Kurseinbruch und ein drohendes Delisting aufgrund eines Übernahmeangebots des Großaktionärs liegen hinter den gebeutelten Aktionären und nachdem die Geschäftszahlen für 2016 bereits den Turnaround bestätigen konnten, kann Funkwerk nun mit weiteren guten Nachrichten punkten.

Funkwerk-Chart: boerse-frankfurt.de

Zunächst hat man sein Angebotsspektrum im Softwarebereich verstärkt und die Aktivitäten der niedersächsischen Quand AG im Rahmen eines Asset Deals erworben. Das norddeutsche Unternehmen ist Spezialist für moderne Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS) im Industrie 4.0-Umfeld und Spezialist für Überwachungssysteme. Die Funkwerk-Gruppe gewinnt durch die Übernahme weitere Entwicklerkompetenzen und Ingenieurs-Know-how hinzu und wird den Standort weiter ausbauen.

Und dann präsentierte man heute die Zahlen zum ersten Halbjahr 2017. Der Umsatz stieg von 25,6 Mio. Euro auf 27,8 Mio. Euro, das Betriebsergebnis erhöhte sich um 1,2 Mio. Euro auf einen operativen Gewinn von 0,7 Mio. Euro, so dass der Konzern unter dem Strich einen Gewinn von 0,5 Mio. Euro ausweisen kann gegenüber einem Verlust von 0,6 Mio. Euro im Jahr zuvor. Der Auftragseingang stieg von 35,2 Mio. Euro auf 38,2 Mio. Euro.

Anhebung der Prognose
Mit dem Geschäftsverlauf liegt Funkwerk über seinen ursprünglichen Planungen, die für 2017 einen Umsatz von 77 Mio. Euro und ein Betriebsergebnis von 4 Mio. Euro erwarten ließen. Aufgrund des positiven Geschäftsverlaufs passt Funkwerk daher seine Jahresprognose nach oben an und plant nun einen Umsatz von 80 Mio. Euro sowie ein Betriebsergebnis von 5 Mio. Euro.

Meine Einschätzung
So erfreulich die Prognoseanhebung ist, scheint sie doch weiterhin deutlich zu niedrig zu sein. Würde Funkwerk im zweiten Halbjahr lediglich den gleichen Wert bei Umsatz und Ergebnis aus dem selben Vorjahreszeitraum erreichen, läge man schon deutlich über den neuen, erhöhten Planwerten. Legt man die gleiche Steigerungsrate zugrunde wie im ersten Halbjahr, sogar noch mal um einiges höher.

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KissigEin Beitrag von Michael C. Kissig

Er studierte nach Abschluss seiner Bankausbildung Volks- und Rechtswissenschaften und ist heute als Unternehmensberater und Investor tätig. Neben seinem Value-Investing-Blog „iNTELLiGENT iNVESTiEREN“ verfasst Michael C. Kissig regelmäßig eine Kolumne für das „Aktien Magazin“.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Michael C. Kissig / dieboersenblogger.de


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