Before the Bell: Spanien im Fokus, DAX leicht im Minus und US-Futures schwächer

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Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich auch zur Wochenmitte von seiner zurückhaltenden Seite. Der DAX zeigt zwar weiterhin Stärke, kämpft bislang aber vergeblich mit der 6.200er Marke. Zu unklar sind die Meldungen aus den Unternehmen. Versorgerriese RWE schloss bspw. heute, im Falle einer Umsetzung der Brennelementesteuer eine Kürzung der Dividende nicht aus. Für einen Dividendentitel wie RWE natürlich ein Alarmzeichen – die Aktie büßt ein halbes Prozent ein. Autowerte stehen heute ebenfalls auf der Verkaufsliste. Im Fokus steht dabei die heutige Prognose von VW (siehe weiter unten).

Spanien sorgt für Unruhe

Die Meldungen zu Spanien sind reichtlich widersprüchlich. Gestern konnte das Land bspw. problemlos neue Anleihen emittieren (Vgl. FAZ: Spanien holt sich relativ reibungslos Kredit) Heute wiederum heißt es von Rekordständen bei den Risikoaufschlägen (Vgl. Handelsblatt: Risikoaufschläge für Spanien auf Rekordhoch) – ja was denn nun? Es wird gemunkelt, dass die EU bald eine Kreditlinie über 250 Mrd. Euro den Spaniern bereitstellen wird – auch wenn die EU-Kommission das noch dementiert (FTD: Spanien-Alarm am Anleihemarkt). Offensichtlich bekommt der spanische Staat nach wie vor genügend Geld, aber die Banken stehen angesichts der Immobilienkrise mit dem Rücken zur Wand. Um einen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern reichen nun wohl auch keine Fusionen, wie etwa bei den Sparkassen, mehr aus. Es muss Geld in großem Stil auf die iberische Halbinsel gepumpt werden – notfalls auch über die EU. Das alles scheint die Märkte, aber auch die Medien noch nicht zu interessieren. Wenn man bedenkt, was im Falle Griechenlands losgetreten wurde, schon erstaunlich. Es bleibt jedenfalls spannend! Der Euro zeigt sich heute bereits wieder etwas schwächer, aber über der Marke von 1,22 Dollar.

Volkswagen verbreitet (kaum) Optimismus

Es kam etwas überraschend, aber VW kündigte heute an, dass sich die ersten fünf Monate des laufenden Geschäftsjahres besser als erwartet gezeigt hätten. Im Rahmen einer ad-hoc-Mitteilung kündigten die Wolfsburger an dass „insbesondere die hohe Nachfrage nach Konzernmodellen auf wichtigen Märkten wie Westeuropa, China und Nordamerika […] ausschlaggebend für den positiven Geschäftsverlauf“ gewesen seien. Allerdings wurde der Optimismus auch etwas gebremst: Denn die Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr 2010 ist laut VW dagegen weiterhin mit Unsicherheiten behaftet. Vor allem aufgrund des intensiven Wettbewerbs und anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen bleibe das Automobiljahr 2010 herausfordernd, so heißt es in der Mitteilung. Genau dieser Satz belastet dann auch die gesamte Branche in Deutschland. Von Schwierigkeiten will das Anlegerherz schließlich verschont bleiben.

Die Prognose in Zahlen ausgedrückt bedeutet übrigens, dass VW erwartet, dass die Werte des Vorjahres für Absatz (6,3 Millionen Fahrzeuge) und Operatives Ergebnis (1,9 Mrd. Euro) deutlich übertroffen werden. Die Meldung sorgt jedoch am Markt für wenig Kauflaune. Die Aktie notiert etwas leichter. Trotz dieser Prognosen setzt die Aktie damit die jüngste Seitwärtsbewegung weiter fort. Ein Ausbruch daraus ist nicht abzusehen, da die Impulse wohl ausbleiben werden.

US-Futures mit Abschlägen

Nach dem freundlichen Vortageshandel (vgl. gestriger Heard in New York) dürfte heute etwas Zurückhaltung an die Wall Street einkehren. Mit Spannung blickt man zudem auf einige Konjunkturdaten wie etwa den Erzeugerpreisindex (Mai), die Wohnbaubeginne und die Wohnbaugenehmigungen (Mai) oder die Industrieproduktion (Mai). Bei den Quartalszahlen herrscht weiterhin Ruhe vor. Die US-Futures tendieren aktuell etwas schwächer. Der S&P 500 verliert 0,4 Prozent und der NASDAQ gibt 0,5 Prozent nach. In Frankfurt verliert der DAX 0,2 Prozent auf 6.162 Punkte.