Heard in New York: Wall Street in Kauflaune, US-Indizes erobern 200-Tage-Linie zurück

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In Kauflaune präsentierten sich heute die amerikanischen Anleger. Die veröffentlichten Konjunkturdaten spielten keine große Rolle. Viel wichtiger: Die Sorgen um die europäische Schuldenkrise schwinden. Erfolgreich verlaufene Anleiheemissionen in Irland und Spanien trieben den Euro weiter an, der seine Erholung fortsetzte und über die Marke von 1,23 Dollar kletterte.

Bodenbildung rückt näher

Die US-Indizes bauten ihre Kursgewinne im Handelsverlauf kontinuierlich aus und gingen in der Nähe ihrer Tageshöchststände in den Feierabend. Der Dow Jones verbesserte sich um 2,10 Prozent auf 10.405 Punkte. Der S&P 500 gewann 2,35 Prozent auf 1.115 Zähler. Nachdem sie am Vortag noch nach unten gedreht hatten, schlossen beide Indizes klar über ihrer 200-Tage-Linie – erstmals seit fast vier Wochen. Die Chancen auf eine erfolgreiche Bodenbildung haben sich damit deutlich verbessert. Der heutige Anstieg sollte eine weitere Aufwärtsbewegung nach sich ziehen.

Wirtschaftliche Abkühlung schon eingepreist?

In den vergangenen Wochen ging es meistens trotz guter Konjunkturdaten kräftig gen Süden. Jetzt steigen die Kurse auch trotz etwas schwächerer Zahlen. Der New York Empire State Manufacturing Index stieg zwar von 19,11 auf 19,57 Punkte, blieb damit aber hinter den Erwartungen zurück. Volkswirte hatten einem stärkeren Zuwachs auf 20,00 Zähler prognostiziert. Es sieht fast ein wenig danach aus, als hätten die Börsen die nachlassende Dynamik der konjunkturellen Erholung in den letzten Wochen schon eingepreist und ziehen jetzt wieder an.

News Corp. will BSkyB vollständig übernehmen

Unternehmensmeldungen sind in diesen Tagen Mangelware. Heute sorgte ein Übernahmeangebot von News Corp. für BSkyB für Aufsehen. Das Murdoch-Unternehmen will den britischen Pay-TV-Anbieter, an dem man bereits 39 Prozent hält, vollständig übernehmen und hat 700 Pence je Aktie geboten. BSkyB lehnte das Angebot zunächst ab. Mit der Übernahme sind die Briten zwar einverstanden, fordern aber 800 Pence je Aktie. Murdoch zeigt sich gesprächsbereit. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit, bis der Deal eingetütet wird. Beide Aktien machten kräftige Sprünge. Die BSkyB-Aktie gewann in London fast 17 Prozent. Papiere von News Corp. verbesserten sich in New York um knapp 10 Prozent.
Die Übernahmeofferte sorgte übrigens auch bei Sky Deutschland für einen kräftigen Kurssprung. Offenbar spekulieren die Börsianer darauf, dass Murdoch auch den deutschen Pay-TV-Anbieter vollständig übernehmen möchte. Aktuell hält News Corp. gut 45 Prozent an Sky. Die Sky-Aktie machte heute einen Sprung um 18 Prozent.